
Aktuelles aus dem Nationalrat und viele Fragen aus dem Publikum
21. Februar 2025
«Der Direktzug Baden – Bern muss bleiben»
3. März 2025Die jüngsten Aussagen des Schaffhauser Kantonschemikers Kurt Seiler in der SRF-Rundschau werfen ernste Fragen auf – sowohl inhaltlich als auch in Bezug auf seine Rolle als Wissenschaftler in einer öffentlichen Funktion. Anstatt eine differenzierte, faktenbasierte Analyse zur Pestizidzulassung in der Schweiz zu liefern, präsentierte Seiler eine polemische Sichtweise, die wissenschaftlich fragwürdig und politisch höchst problematisch ist. Seiler behauptet, dass landwirtschaftliche Interessen in der Schweiz systematisch über den Schutz der Umwelt und der Trinkwasserqualität gestellt würden. Fakt ist: Die Schweiz hat eines der strengsten Prüfverfahren in Europa. Wissenschaftler, die solche Behauptungen aufstellen, sollten Beweise liefern – doch Seiler bleibt jede fundierte Analyse schuldig. Besonders bedenklich ist, dass Seiler in seiner öffentlichen Funktion als Kantonschemiker auftritt, seine Aussagen jedoch stark nach politischer Agenda klingen. Seine Forderung nach einer «unabhängigen Zulassungsstelle» impliziert, dass das aktuelle System nicht unabhängig sei – ein Vorwurf, der unbelegt ist und die Glaubwürdigkeit bestehender Institutionen untergräbt. Eine solche politische Einflussnahme durch eine wissenschaftliche Autorität ist unprofessionell und schadet dem Ansehen der Wissenschaft. Ein Wissenschaftler trägt die Verantwortung, sich auf Evidenz und faktenbasierte Argumentation zu stützen. Das erschwert einen lösungsorientierten Dialog. Ein Wissenschaftler, der seine Glaubwürdigkeit derart aufs Spiel setzt, sollte sich fragen, ob er seiner Verantwortung in einer öffentlichen Funktion noch gerecht wird.
Andreas Meier, Nationalrat, Mitte AG